Die Grenzen des Großkönigs?

Börm, Henning. 2018. Die Grenzen des Großkönigs? Überlegungen zur arsakidisch-sasanidischen Politik gegenüber Rom. In Frank Schleicher, Timo Stickler & Udo Hartmann (eds.), Iberien zwischen Rom und Iran. Beiträge zur Geschichte und Kultur Transkaukasiens in der Antike (Oriens et Occidens 29). Stuttgart: Franz Steiner Verlag.

Dreizehn Jahre lang beherrschte Severus Alexander das Reich in tadelloser Weise, soweit es ihn betraf. Im vierzehnten Jahr aber trafen unerwartet Berichte der Statthalter Syriens und Mesopotamiens ein und enthüllten, dass Artaxerxes, der König der Perser, die Parther besiegt und ihr östliches Reich erobert hatte (…). Er blieb nun aber nicht ruhig auf seiner Seite des Tigris, sondern (…) überrannte Mesopotamien und bedrohte Syrien. Er wollte nämlich die ganze Landmasse, die Europa gegenüberliegt und durch die Ägäis und das Marmarameer von ihm getrennt wird, und das ‚Asien‘ genannte Gebiet für das Persische Reich zurückgewinnen. In dem Glauben, diese Gegenden von seinen Vorfahren geerbt zu haben, erklärte er, alle Länder dieses Gebietes, einschließlich Ionien und Karien, seien einst von persischen Statthaltern regiert worden, von der Herrschaft des Kyros, der als erster das Medische zum Persischen Reich gemacht hatte, bis zu Dareios, dem letzten Perserkönig, dessen Reich Alexander der Makedone zerstört hatte.

About the book:

Die Geschichte und Kultur Transkaukasiens in der Antike steht im Fokus dieses Bandes, der die neuesten Forschungsergebnisse aus der Alten Geschichte, der Archäologie und der Orientalistik vereint. Ziel ist es, das antike Kaukasien stärker in den Fokus der Forschung zu rücken: Die Region liegt zwar an der Peripherie der alten Welt, stellt zugleich aber auch eine zentrale Kontakt- und Konfliktzone zwischen Rom und Iran dar.

Im ersten Teil des Bandes stehen historische Fragen im Vordergrund, die von Problemen der Chronologie und Herrscherlisten über die Machtausdehnung der Römer und Perser bis zu deren Politik gegenüber den kaukasischen Völkern reichen. Im zweiten Teil geht es um Aspekte der religiösen Entwicklung, insbesondere um die Christianisierung Iberiens (heute Georgien) seit dem vierten Jahrhundert und die Rückwirkung dieser Vorgänge auf die beiden spätantiken Imperien. Der dritte Teil ist den neuesten archäologischen Befunden gewidmet.